Schulhundgedanken

Ja, es gibt einen zu frühen, zu langen und zu häufigen Schulhundeinsatz...

Liebe angehende Schulhundteams,

 

ich finde es toll, dass immer mehr Lehrer einen Schulhund in ihrer Arbeit einsetzen möchten. Die Arbeit mit einem Schulhund ist so wertvoll & ihr werdet tolle Momente erleben & die Arbeit bereichern.

 

➡️ Bitte lasst Euch dabei Zeit und gebt Euch & dem Hund die Chance in diese neue Aufgabe langsam hineinzuwachsen.

Im Rahmen meiner Arbeitskreisleitung der Schulhunde Bayern und dem Leiten des Schulhunde Bayern e.V. machen mir manche Entwicklungen in der Schulhundeszene große Sorgen.

 

 

Was meine ich damit?

- Ich bekomme immer häufiger Fälle mitgeteilt, wo Hunde bereits in der 1. Woche, wo sie zum neuen Besitzer gekommen sind, komplett mit in den Unterricht genommen werden.

- Viele Hunde werden jeden Tag mit in das Klassenzimmer (kein Nebenraum) genommen

- Schulleiter schreiben mich gehäuft an, dass sie von Kollegen um eine Zustimmung zum Mitbringen des eigenen Hundes gebeten werden, weil sie keine Betreuung haben und der Hund so lieb ist.

- Hunde, die direkt aus dem Tierschutz kommen werden mit in die Schule genommen & dann sogar noch berichtet, dass der Hund ganz schön Angst in der Schule hat & sich das schon legen wird.

Leider sind dies KEINE Einzelfälle, sondern es häuft sich.

 

 

➡️ Bitte lasst Euch Zeit, informiert Euch VORHER gründlich in Literatur & bei Ausbildern & bei Arbeitskreistreffen

 

➡️ Auch wenn in manchen Internetposts durch eine Häufung von, nehm den Hund so viel & früh wie möglich mit, suggeriert wird, dass das viele machen & deswegen ok ist, macht es bitte nicht.

 

➡️ Die Schulhundarbeit & Entwicklung zum Schulhund ist kein Selbstläufer. Ich bin selbst ab meiner Geburt immer mit Hunden aufgewachsen & trotzdem ist die Schulhundearbeit ein ganz anderer Bereich, für den ich mir das theoretische Wissen und das praktische Rüstzeug erst aneignen musste.

 

➡️ Meine Mädels würden mir zuliebe auch jeden Tag mitkommen, dabei freudig mit dem Schwanz wedeln, oft schlafen & munter wirken.

ABER: es liegt in meiner Verantwortung tiefer hineinzuschauen:
Nicht jeder Schlaf in der Schule ist dem Zuhause gleichzusetzen, nicht jedes Schwanzwedeln ist Freude - meine Kleine wedelt z.B. auch bei Stress....

 

 

➡️➡️➡️ Es gibt kein zu langsam & zu vorsichtig, sondern leider immer häufiger ein zu früh, zu lang und zu oft. ⬅️⬅️⬅️

 

 

Alles Liebe von

Nadine Kleber


Wieviel Zubehör braucht ein Schulhund (-klassenzimmer, -frauchen)?

Ich bekomme häufiger Anfragen, welche Dinge man denn alles für die Schulhundarbeit braucht. Manch einer ist vielleicht auch erstmal abgeschreckt von der Fülle an potentiell kaufbaren oder herstellbaren Dingen, die so gar nicht zum eigenen Geldbeutel oder den freien Zeitfenstern passen.

 

Meine Antwort lautet hier immer:

 

Der Schulhund braucht einen Wassernapf, eine Decke und einen festen Rückzugsort (im Idealfall verschließbar) wie Kennel/ Box / Körbchen und natürlich Leckerlis ....

 

Was das Schulhundklassenzimmer angeht, sollte natürlich ein Waschbecken mit Seife vorhanden sein, eine verschließbare Tür, falls der Schulhund mal alleine im Zimmer ist (bei uns gibt es nichtverschließbare Zimmer, deswegen schreibe ich dies) und ausreichend Platz, dass sich Schüler und Hund nicht bedrängt fühlen.

 

Was das Schulhundfrauchen meint zu brauchen, ist wahrscheinlich das größte Problem. Dem Hund ist es meiner Meinung nach relativ egal, ob er auf einem alten Handtuch, einer einfachen Decke oder einer farblich auf das Halsband abgestimmten, mit Namen und Logo bestickten Decke liegt. Das gleiche gilt für das Schulhundspielzeug und Zubehör. Leni ist mit einer Papprolle aus dem Altpapier und einer aussortieren Socke genauso glücklich wie mit extra für sie angefertigten Holzspielzeugen usw.

 

Ich denke auch, dass die Qualität der Schulhundarbeit sich natürlich nicht an der Menge des Trainingsmaterials, des Spielzeugs und der auf den Hund personalisierten Dinge messen lässt oder an der auf den Hund umgemünzten Aufgaben und Arbeitsblätter.

 

Ausschlaggebend für die Schulhundearbeit ist meiner Meinung nach ein gut ausgebildeter und informierter Schulhundlehrer, der die Bedürfnisse der Schüler und des Hundes zu jeder Zeit wahrnehmen und darauf reagieren kann. Und da hilft nicht nur Geld, sondern es braucht Herz, Humor, Teamgeist und Köpfchen. Jeder Lehrer kennt das spätestens nach dem Referendariat. Es braucht nicht immer eine Materialschlacht und ein Feuerwerk. Wenn Zeit, Lust und für manche Dinge auch Geld da ist, sind der Schulhundfantasie natürlich wenig Grenzen gesetzt und bei vielen Schulhundlehrern wie bei mir, kann sich aus dem ursprünglich vereinzelt mal was selbst herstellen auch ein richtiges Hobby entwickeln und großen Spaß bereiten.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen 1. Schultagmittag. Leni und ich waren gerade schon auf unserer Nach-der-Schule Runde und auch hier braucht Leni nichts außer Grashalmen und im Idealfall noch Wasser- und / oder Matschlöcher. Alle drei Sachen gab es heute, so dass der Schulhund und das Frauchen sehr zufrieden waren.

 

Nadine