Schulhundgedanken

Wieviel Zubehör braucht ein Schulhund (-klassenzimmer, -frauchen)?

Ich bekomme häufiger Anfragen, welche Dinge man denn alles für die Schulhundarbeit braucht. Manch einer ist vielleicht auch erstmal abgeschreckt von der Fülle an potentiell kaufbaren oder herstellbaren Dingen, die so gar nicht zum eigenen Geldbeutel oder den freien Zeitfenstern passen.

 

Meine Antwort lautet hier immer:

 

Der Schulhund braucht einen Wassernapf, eine Decke und einen festen Rückzugsort (im Idealfall verschließbar) wie Kennel/ Box / Körbchen und natürlich Leckerlis ....

 

Was das Schulhundklassenzimmer angeht, sollte natürlich ein Waschbecken mit Seife vorhanden sein, eine verschließbare Tür, falls der Schulhund mal alleine im Zimmer ist (bei uns gibt es nichtverschließbare Zimmer, deswegen schreibe ich dies) und ausreichend Platz, dass sich Schüler und Hund nicht bedrängt fühlen.

 

Was das Schulhundfrauchen meint zu brauchen, ist wahrscheinlich das größte Problem. Dem Hund ist es meiner Meinung nach relativ egal, ob er auf einem alten Handtuch, einer einfachen Decke oder einer farblich auf das Halsband abgestimmten, mit Namen und Logo bestickten Decke liegt. Das gleiche gilt für das Schulhundspielzeug und Zubehör. Leni ist mit einer Papprolle aus dem Altpapier und einer aussortieren Socke genauso glücklich wie mit extra für sie angefertigten Holzspielzeugen usw.

 

Ich denke auch, dass die Qualität der Schulhundarbeit sich natürlich nicht an der Menge des Trainingsmaterials, des Spielzeugs und der auf den Hund personalisierten Dinge messen lässt oder an der auf den Hund umgemünzten Aufgaben und Arbeitsblätter.

 

Ausschlaggebend für die Schulhundearbeit ist meiner Meinung nach ein gut ausgebildeter und informierter Schulhundlehrer, der die Bedürfnisse der Schüler und des Hundes zu jeder Zeit wahrnehmen und darauf reagieren kann. Und da hilft nicht nur Geld, sondern es braucht Herz, Humor, Teamgeist und Köpfchen. Jeder Lehrer kennt das spätestens nach dem Referendariat. Es braucht nicht immer eine Materialschlacht und ein Feuerwerk. Wenn Zeit, Lust und für manche Dinge auch Geld da ist, sind der Schulhundfantasie natürlich wenig Grenzen gesetzt und bei vielen Schulhundlehrern wie bei mir, kann sich aus dem ursprünglich vereinzelt mal was selbst herstellen auch ein richtiges Hobby entwickeln und großen Spaß bereiten.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen 1. Schultagmittag. Leni und ich waren gerade schon auf unserer Nach-der-Schule Runde und auch hier braucht Leni nichts außer Grashalmen und im Idealfall noch Wasser- und / oder Matschlöcher. Alle drei Sachen gab es heute, so dass der Schulhund und das Frauchen sehr zufrieden waren.

 

Nadine